Anleitung zur GPS-Navigation im Flugzeug
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GALILEO, die Satelliten-Navigation aktuell

GALILEO, das Satellitennavigations-System wurde 2003 von der EU beschlossen. Der erste Satellit wurde 2011 installiert. Im September 2015 steuert die Kontrollzentrale in Oberpfaffenhofen die Satelliten 9 und 10. Damit befinden sich 1/3 der vorgesehenen 30 Satelliten des GALILEO-Systems im Umlauf.

Ende 2016 sind 18 Satelliten im Einsatz. Die ersten GALILEO-Dienste - Initial Services - werden aufgenommen. Das betrifft noch nicht die Satelliten-Navigation für die Luftfahrt.

Es hat viele Fehlschläge und damit Verzögerungen gegeben. Z.B. gab es Ausfälle von Atomuhren auf den Satelliten von Airbus und OHB. (Jeder Satellit trägt je zwei Wasserstoff- und Rubidium-Uhren mit Abweichungen von lediglich 1 sec / 3 Millionen und 1 sec / 760.000 Jahren). Ein präzises Zeitsignal ist sehr entscheidend für die erzielbare Positionsgenauigkeit.

Wenn nun alles wie derzeit vorgesehen abläuft, stehen im Jahr 2018 bis 2020 alle geplanten 30 Satelliten zur Verfügung. Die uneingeschränkte GALILEO- Satellitennavigation für die Luftfahrt steht voraussichtlich ab dem Jahr 2020 zur Verfügung.

Wenn genaue Termine, die Luftfahrt-Navigation betreffend, bekannt werden, wird das an dieser Stelle ergänzt.

Satelliten-Korrektursystem EGNOS, Stand April 2017

SBAS (Satellite Based Augmentation System)

a) Präzisionsanflüge

Das SBAS-Verfahren steht seit April 2017 auf dem Flughafen Bremen für Präzisionsanflüge (ohne Einsatz von Bodeneinrichtungen) zur Verfügung. Voraussetzung zur Nutzung sind entsprechende EGNOS-Receiver an Bord der Luftfahrzeuge.

Die Genauigkeit des SBAS-Präzisionsanflugverfahrens ergibt sich durch das Zusammenwirken der GPS-Signale mit den geostationären Satelliten von EGNOS (Europäische Satellitenbasierte Erweiterung der Navigation mit GPS). Es wird eine ca. 10-fache Positionsgeauigkeit gegenüber der reinen GPS-Präzision erreicht (sie beträgt gegenwärtig 1 bis 3 Meter).

Die Nutzung ist durch die geostationären Satelliten auf Europa begrenzt. Die erzielte Präzision entspricht den ICAO-Standards. Dadurch können neben dem konventionellen ILS-Anflugsystem in Bremen auch Präzisionsanflüge nach CAT 1 mit der SBAS-Technik durchgeführt werden. (CAT 1 ist die erste Stufe der Allwetterbedingungen -mit 200 ft Entscheidungshöhe- ).

b) Über den Flughafenbereich hinausgehende Navigation

Das GBAS-Verfahren mit GPS-Signalaufbereitung über Bodengestützte Antennen beschränkt sich auf die nähere Umgebung der entsprechend ausgerüsteten Flughäfen.

Das SBAS-Verfahren dagegen stellt die sehr genaue GPS-Navigation für ganz Europa zur Verfügung.